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Grundwasserschutz

 
     
  Grundwasser ist ein "Bodenschatz", der sich zwar erneuert, gerade dadurch aber den vielfältigsten Gefährdungen ausgesetzt ist und eines angemessenen Schutzes bedarf. Diese Gefährdung kann sich sowohl auf den qualitativen Zustand des Grundwassers beziehen als auch auf seine Quantität.


Beim Grundwasserschutz müssen die Besonderheiten von Grundwasser und Grundwasservorkommen berücksichtigt werden. Grundwasser ist durch die überdeckenden Böden und Gesteine keineswegs immer und unbegrenzt vor anthropogenen Beeinträchtigungen geschützt. Leider sind Ursache und Ausmass von Beeinträchtigungen häufig nur schwer zu ermitteln. Im Grundwasser laufen abiotische und mikrobielle Prozesse i.d.R. viel langsamer ab als in Oberflächengewässern. Die Beseitigung eingetretener Beeinträchtigungen mittels Grundwassersanierungen ist meist schwierig, langwierig, kostenintensiv und häufig wenig wirksam. Schadstoffe können zudem über das Grundwasser weiträumig verteilt werden.


Die Bedeutung des nachhaltigen Grundwasserschutzes kommt sowohl in supranationalen Massnahmen, z.B. EG-Richtlinien, als auch in der Gesetzgebung der einzelnen Länder, z.B. im Wasserhaushaltsgesetz, im Umwelthaftungsgesetz und in den Regelwerken der Wasserverbände, zum Ausdruck. Grundwasserschutz umfasst neben der Bewirtschaftung der Grundwassermengen insbesondere die Sicherung der Grundwasserqualität. Dies bedeutet, dass anthropogene Belastungen möglichst zu vermeiden sind. Das geltende Recht entspricht mit dem Wasserhaushaltsgesetz (Verschlechterungsverbot) und den Landesgesetzen bereits weitgehend diesem Vorsorgegrundsatz. Obwohl der Grundwasserschutz allgemein anerkannt ist, ist er in der Praxis jedoch überwiegend nutzungsbezogen ausgerichtet, d.h. das grösste Gewicht wird im wesentlichen auf die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten für die Einzugsgebiete von Gewinnungsanlagen gelegt, um die Wasserversorgung gefährdende Nutzungen zu verhindern.


Trotz der zahlreichen Schutzansätze sind Grundwasservorkommen und -gewinnungsgebiete durch stoffliche Einträge in Boden und Grundwasser häufig beeinträchtigt. Besonders problematisch sowohl für den Erhalt der ökologischen Funktionen als auch für die wasserwirtschaftliche Nutzung sind diffuse stoffliche Einträge. Wie stark Grundwasservorkommen durch Stoffeinträge und nicht-stoffliche Beeinträchtigungen gefährdet sind, hängt von den jeweiligen Standortverhältnissen (Boden- und Untergrundeigenschaften) sowie von Art, Ausmass und Dauer anthropogener Einflüsse ab. Der allgemeine qualitative Grundwasserschutz wird gegenwärtig überwiegend ordnungsrechtlich durch das Wasserhaushaltsgesetz und die Landeswassergesetze sowie andere medien- und stoffbezogene Umweltgesetze geregelt.
 
 

 

 

 
 
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