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astronomische Zeit- und Längenbestimmung

 
     
  Ermittlung der Ortszeit einer Beobachtungsstation aus astronomischen Messungen. Aus der Differenz zweier Ortszeiten für ein und dasselbe astronomische Ereignis erhält man die astronomische Längendifferenz der beiden Beobachtungsorte. Zur Ableitung der Ortszeit muss der Stundenwinkel eines Gestirns ermittelt werden. Nach der Tabelle zur astronomischen Ortsbestimmung wird die Länge aus Zeitbestimmungen dann mit den geringsten Fehlereinflüssen abgeleitet, wenn Durchgangsbeobachtungen im Meridian (bzw. Zirkummeridian) oder Höhen- oder Durchgangszeiten nahe dem I. Vertikal durchgeführt werden.


Für erstere ist das Passageinstrument wegen seiner prinzipiellen Einfachheit das klassische Instrument der Wahl. Restfehler bei der Justierung und Aufstellung des Gerätes werden mit Hilfe der Mayerschen Formel berücksichtigt. Die wesentlichen Parameter dieser Formel sind die Achsneigung gegen die Horizontale und gegen die Meridianebene sowie der Zielachsenfehler. Die entsprechenden Grössen werden mit Zusatzeinrichtungen (Achslibelle) und durch die Messanordnung bestimmt oder eliminiert.


Für Zeitbestimmungen aus Höhenmessungen nahe dem I. Vertikal wird die Zinger-Methode wegen des geringen instrumentellen Aufwandes, insbesondere bei Feldmessungen zur Triangulation gern angewendet. Hierbei handelt es sich um die Messung korrespondierender Höhen von vorausgewählten Sternpaaren in der Nähe des I. Vertikals. Die Zeit des Höhendurchgangs des östlichen und des westlichen Sterns durch den gleichen Höhenkreis (Almukantarat) wird registriert. Die Höhengleichheit beider Sterne wird mittels einer Horrebow-Libelle gewährleistet.


Durch gleichzeitige Messungen (d.h. auf die gleiche Zeit reduzierte Messungen) werden astronomische Längendifferenzen erhalten. Man nennt das Verfahren zweiseitige Längenbestimmung. Bei Verwendung von Radiozeitsignalen nach Weltzeit oder von Funkuhren genügen astronomische Zeitbestimmungen an einem Ort, wobei der Zeitanschluss direkt an die Weltzeit erfolgt. Man spricht von einseitigen Längen, die wegen des direkten Anschlusses an den Meridian von Greenwich "absolut" in einem internationalen System sind.
 
 

 

 

 
 
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