Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Paläophytikum

 
     
  Ära der Erdgeschichte, in der die Pteridophyta dominieren. Die ersten Pteridophyta im Silur markieren den Beginn der auf das Archäophytikum folgenden Ära, die mit dem Niedergang der Farnpflanzen und der Ausbreitung gymnospermer Spermatophyta im Perm endet. Der einschneidende Wechsel von einem Leben im Wasser zum Leben auf dem Land stellte die frühen Landpflanzen unter extrem hohen Selektionsdruck, neue Organisationsformen und Bautypen zu entwickeln, um Anpassungsprobleme bei der Besiedlung terrestrischer Lebensräume zu lösen. Während trilete Sporen von Pteridophyta bereits aus dem Untersilur bekannt sind, stammt der älteste vegetative Spross von Cooksonia (Psilophytopsida) aus dem Ludlow. Sehr rasch und durch Funde im Unter- und Mitteldevon belegt, vollzogen sich die entscheidenden Schritte der Landpflanzen-Evolution mit einer explosionsartigen Radiation der Pteridophyta in die Psilophytopsida, Lycopodiopsida, Equisetopsida und Pteridopsida sowie parallel dazu die Entwicklung der Progymnospermen-Organisation (Progymnospermen) durch einige Taxa der Psilophytopsida. Diese Progymnospermen waren die Vorläufer erster gymnospermer Spermatophyta, die sich seit dem höchsten Oberdevon in den zwei voneinander unabhängigen Linien der Coniferophytina und der Cycadophytina weiter differenzierten. Die Samenpflanzen des Paläophytikums blieben ausschliesslich gymnosperm. Die ältesten Landpflanzen waren kleinwüchsig. Aber schon im Mitteldevon wurde von Sprossen der Pteridophyta 10 m Höhe erreicht, im Oberdevon manifestierte sich baumförmiger Grosswuchs und im Karbon schliesslich Riesenwuchs. Die Besiedlung der Kontinente schritt rasch fort. Ab dem Oberdevon war die Bioproduktion der Landpflanzen schon derart gesteigert, dass aus akkumulierter organischer Substanz in der Folge Kohleflöze werden konnten. Dennoch blieben die Verbreitungsareale der Landpflanzen im Paläophytikum bis zum Ende des Karbons fast ausschliesslich auf feuchte (Sumpf)-Standorte beschränkt, weil die die Vegetation dominierenden Pteridophyta wegen der funktionsschwachen Wasserleitgefässe ihrer Sporophyten-Generation (Sporophyt) und der thallösen Gametophyten-Generation (Gametophyt) ohne Wasserleitgefässe und der wassergebundenen Vermehrungsart der Spermatozoide trockene Standorte nicht tolerieren konnten. Erst ab dem Unterperm beginnen Spermatophyta zunehmend auch Trocken- und Höhenstandorte zu besiedeln. Im Jungpaläophytikum differenzieren sich klimatisch bedingt vier grosse Florenprovinzen: Glossopteris(Gondwana)-Flora, Cathaysia-Flora, Angara-Flora und Euramerische Flora. Bei den Algen treten Charophyceae ab dem Mitteldevon auf.  
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Paläopedologie
 
Paläorichtung
 
     

Weitere Begriffe : Brasilstrom Feinboden Rhyodacit

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum