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Linné

 
     
  Carl von, schwedischer Naturforscher, * 23.5.1707 Råshult (Smâland), † 10.1.1778 Uppsala. Linné studierte Medizin in Lund (1727) und Uppsala (1728-1731). Im Jahr 1730 erhielt er einen Lehrauftrag für Heilmittelkunde an der Universität. Finanziert durch ein Stipendium reiste er 1732 fünf Monate durch Lappland, um dort in erster Linie botanische Geländeaufnahmen und systematische Untersuchungen durchzuführen. Nach seiner Rückkehr nach Uppsala hielt er mineralogische Vorlesungen und chemische Praktika an der Universität ab. Von 1733 bis 1735 arbeitete er in den Kupferbergwerken von Falun, wo er seine mineralogischen Kenntnisse erweiterte. 1735 promovierte Linné an der Universität Harderwijk (Niederlande) und arbeitete noch bis 1737 als Hausarzt und Gartenkustos bei einem Bankier in Haarlem. Während dieser Zeit entstanden seine Hauptwerke "Systema Naturae" (1735), "Genera Plantum" (1737) und "Species Plantarum" (1753). In diesen Werken schuf Linné die Grundlagen der modernen biologischen Systematik, wie sie im wesentlichen heute noch gültig sind. Ab 1753 benutzte er, in konsequenter Vereinheitlichung, eine binäre Nomenklatur zur wissenschaftlichen Bezeichnung aller Arten. Diese Doppelnamen bestehen voran aus dem Gattungsnamen mit dem angefügten Artnamen. Linné klassifizierte in einer Erweiterung seines Systems auch Mineralien und Tiere. Letztere unterteilte er in sechs Klassen: Säugetiere, Vögel, Amphibien, Fische, Insekten und Würmer. Zu den Säugetieren zählte er ab 1766 auch den "Homo sapiens", der neben dem Orang-Utan und Schimpansen in die Ordnung der Primaten gestellt wurde, was ihm die Kritik von klerikaler Seite einbrachte. Im Jahr 1738 liess sich Linné in Stockholm als Arzt nieder. Er wurde 1739 Präsident der Stockholmer Akademie der Wissenschaften, die er mitbegründet hatte. 1741 bekam er den Lehrstuhl für Medizin an der Universität Uppsala angetragen, den er aber im darauffolgenden Jahr verliess, um auf den Lehrstuhl für Botanik, seine eigentliche Berufung, zu wechseln. Linné erhielt hohe nationale Auszeichnungen, so wurde er 1747 zum Königlichen Leibarzt ernannt und 1761 geadelt. Als Professor war er bis 1777 tätig; sein Sohn, der ebenfalls Carl von Linné hiess, wurde zu seinem Nachfolger bestimmt. Linnés umfangreiche Sammlungen wurden nach seinem Tod nach England geschafft, wo die 1788 gegründete "Linnaean Society" sein Erbe bewahrte.

LinnéLinné , Carl von
 
 

 

 

 
 
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