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Diamantlagerstätten

 
     
  der überwiegende Teil der Weltdiamantenproduktion von 117 Millionen Karat (1997) stammt aus primären Lagerstätten. Diamanten bilden sich bei Temperaturen von 1200-1300ºC und Drucken von ca. 5 GPa, was einer Erdtiefe von etwa 170 km entspricht. Mit den an der Erdoberfläche herrschenden Druck- und Temperaturbedingungen sind Diamanten im Ungleichgewicht. Abgesehen von vereinzelten Ausnahmen liegen primäre Diamantlagerstätten in vulkanischen Explosionsschloten, die mit der Tuffbrekzie (Tuff) eines sehr basischen Gesteins, dem Kimberlit, gefüllt sind. Diese mehr oder weniger rundlichen Explosionsschlote erreichen Durchmesser bis zu einem Kilometer. Kimberlit besteht u.a. aus meist serpentinisiertem (Serpentinisierung) Olivin, Diopsid, Phlogopit, Ilmenit und Pyrop. Teilweise werden diese Minerale als Pfadfinder bei der Exploration auf primäre Diamantlagerstätten genutzt. Statistisch führt jedoch nur jeder hundertste Kimberlit-Explosionsschlot Diamanten in bauwürdiger Konzentration. Beispiele für primäre Diamantlagerstätten sind die Kimberlitschlote Südafrikas.


Wenn Diamanten der primären Lagerstätten erodiert und fluviatil transportiert werden, können sie zu sekundären, alluvialen Seifenlagerstätten konzentriert werden (Beispiel: fluviatile Diamantseifen in Ghana und Guinea). Münden die diamantführenden Flüsse ins Meer, entstehen diamantführende Strandseifen (Beispiel: Atlantikküste in Namibia). Da nur weitgehend fehlerfreie Diamanten den langen Flusstransport und/oder die wiederholte Aufarbeitung im litoralen Bereich überstehen, ist der Anteil von hochwertigen Schmuckdiamanten in sekundären Lagerstätten i.d.R. besonders hoch. Alluviale Diamanten treten in der Erdgeschichte bereits in den archaischen (Archaikum) Quarzgeröllkonglomeraten der Witwatersrand-Gold-Uran-Seifen-Lagerstätten in Südafrika sowie in den frühproterozoischen (Proterozoikum) Goldseifen des Tarkwaian in Ghana auf.


Die bedeutendsten Diamantproduzenten der Welt sind Australien, Botswana, Russland, die Demokratische Republik Kongo und Südafrika, die zusammen ca. 90% der Weltdiamantenproduktion erwirtschaften. Die volumenmässig grösste Diamantmine der Welt, Argyle in Australien, produzierte 1997 40 Mio. Karat im Wert von 322 Mio. US-Dollar (hoher Industriediamantenanteil), wohingegen die reichste Diamantenmine der Welt, Jwaneng in Botswana, 1997 12,5 Mio. Karat mit einem Wert von über 1 Mrd. US-Dollar erwirtschaftete (hoher Schmuckdiamantenanteil).
 
 

 

 

 
 
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