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ökologischer Landbau

 
     
  alternativer Landbau, biologischer Landbau, organischer Landbau, charakterisiert sich durch ein weitgehend geschlossenes Betriebssystem mit den in der Tabelle 1 dargestellten Zielen. In einer vielfältigen Fruchtfolge werden Marktfrüchte wie auch Feldfutterkulturen angebaut, die die Futtergrundlage einer flächenangepassten Tierhaltung bilden. Richtlinien der Anbauverbände (Tab. 2) und der EU geben eindeutige und verbindliche Restriktionen für den Pflanzenbau (Verbot des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und leichtlöslichen Mineraldüngern) und Tierhaltung (Bestandsdichten- und Futterzukaufsbeschränkung) an. Mit der EU-Verordnung EWG Nr. 2092/91 besteht eine europaweit verbindliche Definition des Anbausystems und ein rechtsverbindlicher Rahmen. Detaillierte und zumeist weitergehende Vorgaben treffen die Richtlinien des jeweiligen Anbauverbandes. Diese Richtlinien sind insofern bindend, als deren Einhaltung Voraussetzung für die Anerkennung und die Vermarktung der Produkte unter dem jeweiligen Markenzeichen ist. Im ökologischen Landbau unterliegen die Betriebe somit einem mehrfachen Kontrollsystem, zum einen dem Anbauverband und zum anderen der EU-Verordnung (Kontrollbesuche unabhängiger Kontrolleure). Zusätzlich ist eine indirekte Kontrolle durch Verbraucher auf Betrieben mit Direktvermarktung gegeben. Das Interesse der EU an einer Förderung des ökologischen Landbaus liegt erstens an der Verringerung der Produktion und damit eines aktiven Beitrages zur Entlastung der Überschusssituation ohne Aufgabe der landwirtschaftlichen Erzeugung. Zweitens weist der ökologische Landbau eine Reihe von positiven Umweltleistungen durch den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und mineralische N-Dünger auf, so dass er eine Alternative in sensiblen Regionen mit Naturschutz- oder Wasserschutzauflagen darstellt. Die Richtlinien geben Gebote hinsichtlich der Förderung der Bodenfruchtbarkeit und Vielfältigkeit der Fruchtfolge. So führt eine innerbetriebliche Regulation (Vernetzung von Fruchtfolge, Futteranfall, Viehbesatzstärke, Stallmistanfall, Düngerkapazität, Marktfruchtanteil, Leguminosen, Bodenzustand, Nährstoffverfügbarkeit, Konkurrenzfaktoren) zu einem Betriebssystem mit hoher standortspezifischer und individueller Ausprägung. Durch die gesamtbetriebliche Organisation weitgehend in sich geschlossener Betriebe werden im ökologischen Landbau zahlreiche positive ökologische Leistungen systemimmanent erbracht. Wegen fehlender Kompensationsmöglichkeiten durch Zukauf externer Betriebsmittel, insbesondere Pflanzenschutz-, Dünge- und Futtermittel, ist im ökologischen Landbau die Nutzung natürlicher Prozesse zur Optimierung des Gesamtsystems für die Stabilität, Tragfähigkeit und Selbstregulationsvermögen des Betriebes unerlässlich (Tab. 3). Die Mitgliedsverbände der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau wiesen zu Beginn des Jahres 1999 7.249 Betriebe mit einer Anbaufläche von 374.109 Hektar auf. Der Marktanteil der Produkte aus dem ökologischen Anbau umfasst mit 3,5 Mrd. DM etwa 1,5% des gesamten Nahrungsmittelumsatzes und wächst jährlich um ca. 10%.

ökologischer Landbauökologischer Landbau (Tab. 1): Ziele des ökologischen Landbaus.

ökologischer Landbauökologischer Landbau (Tab. 2): Verbände des ökologischen Landbaus in Deutschland (Stand: Januar 1999).

ökologischer Landbauökologischer Landbau (Tab. 3): Massnahmen des ökologischen Landbaus.
 
 

 

 

 
 
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